Zwischen Tortellini, City Pop und kalifornischer Melancholie
Auf ihrem neuen Album verbinden Rikas kalifornische Melancholie mit japanischem City Pop und westdeutschem Charme. Auf der egoFM Interview Couch erzählen sie, warum LA nicht zum Radfahren taugt – und wie man mit 600 raschelnden Jacken akustisch klarkommt.
Die Rikas im Interview
Auf der egoFM Interview Couch wird’s voll: Sam, Chris, Sascha und Ferdinand aka Rikas haben ihr neues Album Soundtrack For A Movie That Has Not Been Written Yet im Gepäck. Frisch zurück von ihrer Release-Show in der Heimatstadt Stuttgart, gibt’s hier einen kleinen Throwback-Moment: Schon 2019 haben sich Rikas als erste Band ins egoFM Gästebuch verewigt – jetzt sind sie zurück, mit neuen Songs, Tourplänen und spannenden Einblicken in die Entstehung einer Platte, die zwischen LA, Berlin und Amsterdam entstanden ist. Und die Fragen stellt: Wie wächst man gemeinsam, ohne sich selbst zu verlieren?
Die Antwort darauf hörst du hier im Interview:
Rikas im Interview
Das komplette Gespräch
Von City Pop, California Dreamin' und ganz ohne Mikro
Ein Hauch von Hollywood und eine Prise Stuttgart: Direkt nach ein paar intimen, akustischen Album-Release-Shows – unter anderem in Stuttgart – sitzen Rikas auf der egoFM Couch. Die Shows: spontan angekündigt, unverstärkt gespielt, aber trotzdem randvoll. Ursprünglich waren 100 Leute geplant – plötzlich waren's 600, erzählen sie. Und obwohl man eigentlich jedes Rascheln hört: ein voller Erfolg.
Musikalische Weltreise mit eigenem Label
Mit dem Sound auf Soundtrack For A Movie That Has Not Been Written Yet geben sich Rikas unbeschwert, sonnendurchflutet und verspielt – das nennen sie selbst "Mitsubi Space Car Music". Bedeutet? Eine positive Musik, die gerne mal nach rechts und links abbiegt. Zu hören ist das etwa bei der ersten Single "Passenger", aber auch in der klaren Inspiration durch 70er Jahre City Pop aus Japan.
Die Reise nach LA: mehr als nur Studioluft
Ein großer Teil der neuen Songs ist in Los Angeles entstanden – gemeinsam mit US-Produzenten wie Jonathan Rado (Father John Misty, Whitney) und Benny Sings. Das sei fast wie ein Studium für sie gewesen, erzählt die Band über die Sessions. Und auch wenn nicht klar ist, was genau der kalifornische Vibe in ihrer Musik verändert hat – es hat auf jeden Fall etwas mit ihnen gemacht. Die Straßen, die Filmkulissen, die Pop-Mythen: all das fließt spürbar in den Sound ein.
Radfahren in LA? Nope.
Ein Song auf dem Album ist aus einer ziemlich europäischen Frustration heraus entstanden: Radfahren in LA. Das habe nicht funktioniert, sagt Chris, aber manchmal sei das richtige Ding einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Eine schöne Metapher – auch fürs Musikmachen.
Feuer, Verlust und Verantwortung
Doch LA steht nicht nur für Träume: Die Brände Anfang des Jahres haben vielen Musiker*innen Studios und Lebenswerke zerstört. Auch für Rikas ein Schock – nicht nur, weil sie kürzlich selbst dort waren. Das habe sie schon sehr mitgenommen. Und obwohl der Song "Bike in L.A." kurz nach den Bränden erschien, hat sich die Band bewusst entschieden, ihn trotzdem zu veröffentlichen – mit dem nötigen Respekt für die Stadt und ihre Geschichten.
Zusammen wachsen – nicht verwachsen
Als Band sind Rikas seit Jahren unterwegs – auf engem Raum, mit gemeinsamen Zielen und Freundschaft im Gepäck. Ihr neues Album ist auch eine Reflexion darüber, wie man als Menschen gemeinsam älter wird. Was hilft, wenn man mal nicht einer Meinung ist? Dass sie sich immer wieder Raum geben, sagen sie – und dass jeder mit der Zeit gelernt hat, was man für sich selbst braucht.
Und jetzt?
Nach dem Album ist vor der Tour: Rikas zieht's 2025 nach Barcelona, Paris, Amsterdam und London. Für eine Band, deren Musik vor Sehnsucht nur so schwebt, ein logischer nächster Schritt. Ein bisschen sei das immer ihr Traum gewesen, sagen sie. Jetzt wird er Realität.
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